Italiano
English
Francaise
Deutsch
 
IL TORRIONE

Il Torrione

Pinerolo (Torino)

FacebookTwitterPinterest
  • Il Torrione

    In einer der größten privaten Parkanlagen Piemonts gelegen, zeigt es sich als Ergebnis der seit Beginn des 19. Jahrhunderts vorgenommenen Eingriffe. Diese Arbeiten umfassen einen weiten Bereich und zielen darauf ab, das Herrenhaus von den mittelalterlichen Bauernhäusern abzugrenzen. Sie sind das Resultat einer tiefgreifenden Planung seitens Techniker und Auftraggeber: belegt sind diese Arbeiten durch im Archiv aufbewahrte Zeichnungen u.a. ausgeführt von den Architekten Ignazio Michela, Antonelli, Mainoni und Clerichetti sowie von dem deutschen Landschaftsarchitekten Xavier Kurten.

    Der Gebäudekomplex Il Torrione ist seit dem Mittelalter bekannt, und die älteste Zeichnung (Bertino Riveti 1558) zeigt einen von Mauern mit Rundtürmen umgebenen, zinnengekrönten Hauptturm; es wird außerdem sogar eine Kapelle erwähnt. In den Untergeschossen sind immer noch die Verstärkungsmauern dieses mittelalterlichen Wachturms zu sehen.

    Im 16. Jahrhundert gelangt der Besitz von Renato di Challant zu Gladio de Cordone, um dann in die Hände der Trucchietti zu kommen, die die produktiven Strukturen des Gutes verändern. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts ist das Gut im Besitz der Grafen Canera di Salasco, die zwei Jahrhunderte lang Eingriffe vornehmen, die ihm im 19. Jahrhundert schließlich das heutige Aussehen verleihen.1856 wird das Landgut vom genueser Markgrafen Leone Doria Lamba gekauft. Das höfische Aussehen seiner architektonischen und dekorativen Formen bekommt der Torrione in carloalbertinischer Zeit, als über der derzeitigen Vorhalle (mit Lisenen und gekrümmten Nischen nach Manier des 17. Jahrhunderts) der Ballsaal mit ovoidem Grundriss und Marmormosaikboden nach den Zeichnungen von Pelagio Palagi gebaut wurde, während die Gewölbe der angrenzenden Säle mit mythologischen Szenen ausgeschmückt wurden.

    Nach oben

    Der Park

    Eine mit 28. März 1835 datierte und von Kurten in Racconigi unterschriebene Zeichnung gibt uns nicht nur einen genauen Aufschluss über die Entwicklung, die die Parkanlage haben sollte, sondern liefert auch Daten über den Wohnsitz, der in jener Zeit seine jetzige Form bekommen sollte. Das Wohnhaus bildet nämlich zusammen mit den es umgebenden Park- und Gartenanlagen eine Einheit. Der eigentliche Park erstreckt sich südlich des Gebäudes bis zu einem versenkten Grenzgraben (saut de loup oder ha-ha), der für den Südrand geplant wurde, um nicht durch die Parkmauer den Blick auf die gebändigte Natur zu unterbrechen, der weiter über das Land bis zum Chisone schweift: Xavier Kurten erstellte mehrere Zeichnungen für den Park, unter anderen den Plan für einen “keltischen Tempel”, der am Seeufer (heute wohnt hier eine Gänsefamilie) errichtet werden sollte, und den für das Haus des Jagdaufsehers.

    Die Zeichnung der Parkanlage orientiert sich (wie der Großteil der Pläne Kurtens für den Savoyer-Hof und die Aristokratie des Reiches) am romantischen Modell englischer Herkunft, bei dem die Natur “wiedererschaffen” wird, um den Wert der Umgebung hervorzuheben mit Ausblicken, die sich über kleine Wälder erstrecken, die vor 180 Jahren um die große Rasenfläche vor dem Wohnhaus angelegt worden sind. Dort weidet eine schöne Herde von Texelschafen. Die von kleinen Wegen durchzogenen Wälder, deren Umrisse das Panorama bilden, über das der Blick des Besuchers schweift, beherbergen viele antike Bäume: neben großen Eichen Linden, Strauch-Rosskastanien, Platanen, Schwarzkiefern, Eschen, Thujen, Gingko biloba, Sumpfeiben, Magnolien, Pappeln, Hainbuchen, Tulpenbäume, Libanon-Zedern; dazu noch Diospyros virginiana (über 20 m hohe amerikanische Kakibäume), Kiefern, Zedern, Tannen, Sicheltannen und neuere “Restaurationsanpflanzungen” wie Stechpalmen, Bambus und – um es mit Paolo Pejrone zu sagen – “leichte Pinselstriche von weißen HortensiengruppenHydrangea arborescens ‘Annabelle’, die die schattigen Zonen beleben, während die H. ‘M.me Emile Mouillière’ die nächste Umgebung des Wohnhauses gestalten. Nördlich desselben wird der Park formeller, mit der weiten ovalen Wiesenfläche, deren Achse die lange, antike Steinbuchenallee bildet, die noch von der Zeichnung Kurtens herrührt, und bei der Ankunft am Haupteingang zur Vorhalle des Wohnhauses. Dort befindet sich seitlich in der Ecke die Familienkapelle, in der sich im Lauf der Jahrhunderte die wichtigsten familiären Geschehnisse abspielten.

    Der Park Il Torrione ist ein großer italienischer Garten.

    Nach oben

    Xavier Kurten

    Xavier Kurten, in Brühl nahe Köln geboren, Sprecher des romantischen Geistes, führte gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Piemont den Geschmack für den englischen Garten ein, der zu der Epoche in ganz Europa besonders in England bereits tief verwurzelt war. Das klassische, französische, bisher dominante Modell, eine auf die axiale Perspektive basierende Architektur, wird durch die Vorliebe für den Kunstgarten ersetzt: keine Symmetrie und die axiale Formen mehr, die die Natur zunichte machen, sondern eine scheinbar “spontane” Kombination von Architekturen und Bäumen, um das Gebiet zu verschönern und es zu verbessern. Der Garten wird so zu einem Pfad, der aus Sequenzen von sorgfältig studierten Szenen, die Emotionen hervorrufen sollen, besteht.

    In den Jahren seiner Präsenz im Piemont (1812-1840) entwarf Kurten zahlreiche Gärten: vier in savoyischem Besitz (Parks, die zu den Schlössern von Racconigi, Govone, Agliè und Pollenzo gehören) und andere, wie eben der Torrione in Pinerolo, die den piemontesischen Adelsfamilien gehörten.

    Besondere Merkmale der Kurten-Strecke sind die Varietät und die Qualität der Pflanzen, die aufmerksam für jeden Abschnitt der Komposition ausgewählt wurden; die Baumgruppen werden kreisförmig angereiht; die großen weiten Rasenflächen, die man flüchtig sieht, wenn man vorbei spaziert, sind miteinander durch zahlreiche, gekreuzte Wege mit unregelmäßigen Umrissen und Inselchen verbunden. In seinen Entwürfen fehlen keine dichte Schatten und von Vegetation umgebene Pfade, die “ein süßes Gefühl, eine friedliche und dauerhafte Freude erwecken” (Hercules Silva).

    Seine Zusammenarbeit mit dem Architekten Ernesto Melano und dem Bildhauer und Architekten Pelagio Palagi, die am Hofe von König Carlo Alberto aktiv waren, bringen die kulturellen Umgebungen des Piemonts dem europäischen Geschmack näher, in denen die Romantik das dominante Phänomen und die Aufmerksamkeit für die Kunst der Gärten seine direkte Manifestation war.

    Nach oben

    Die Hortensien

    Die Hydrangea, allgemein bekannt als Hortensien, wachsen in ihrem natürlichen Zustand in Asien und Amerika.
    In Asien, Japan ist das Land, in dem die meisten Sorten und die Kulturvarietäten H. macrophylla e H. serrata ihren Ursprung haben. Zahreich sind auch die aus China und Tibet stammende Arten.
    Aus Nordamerika stammen hingegen die Arten H. arborescens, H. quercifolia und H. radiata.
    Die einzige aus Mexiko stammende Art ist H. Semannii.

    Hydrangea sind holzige Sträucher mit einer Rinde, die mit den Jahren abblättert. Die meisten haben einen aufrechten Wuchs, unter ihnen erreichen die größten auch 12 Meter Höhe, die kleinsten nicht einmal ein Meter.
    Die Blätter sind im Allgemeinen abfallend (mit Ausnahme der H. Semannii) und entgegengesetzt. Die Blüten sind in Wirklichkeit Blütenstände, die aus fruchtbaren Blüten in der Mitte und sterilen Blüten entlang der äußeren Kante bestehen. Die ersten sind sehr klein, die zweiten größer und auffälliger dank der entwickelteren farbigen Kelchblätter. Die Blütenstände können flach oder kugelförmig wie ein Panniculus sein. In der Natur hat die Mehrheit der Arten flache Blütenstände mit einer Mehrheit von fruchtbaren Blüten. Die Gartenbau-Sorten haben jedoch häufiger eine kugelförmige Form mit einer Mehrheit von sterilen Blüten.

    Die Farben der Hortensien gehen von blau bis rot und durch alle möglichen Zwischentöne, von der leichtesten bis zu den dunkelsten, aber es gibt weder gelb noch orange. Das Weiß ist das Ergebnis des Fehlens von Pigmenten und bei geringem Vorhandensein von Chlorophyll, können sie elfenbeinfarbig oder grünlich werden.
    Die Farbe variiert je nach Säuregehalt des Bodens: in einem sehr sauren Boden werden die Blumen blau, in einem weniger sauren haben sie violette oder lilane Farbtonalitäten. In Wirklichkeit ist es nicht der Säuregehalt des Bodens, die die Pigmente nach blau werden lässt, sondern das Aluminium, dass nur bei Präsenz eines sauren Bodens über die Wurzeln assimiliert werden kann. Auf fast neutralen Böden erscheinen die Farben rosa oder rot.

    ANNA PEYRONS BAUMSCHULE

    Nach oben

    Informationen und Initiativen

    Ab April bis Oktober, ist der Park jeden Tag geöffnet, ab 10.00 bis 12.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr.
    Eintritt: € 5/Person – Frei für Kinder bis 8 Jahre.
    Geführte Rundgänge auf Anfrage in Gruppen bis max. 20 Personen. Reservierung verbindlich. Eintritt: € 8,00.

    Für Informationen über Veranstaltungen und Initiativen und um den Newsletter zu erhalten, schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@iltorrione.com und prenotazioni@iltorrione.com mit Betreff “Anfrage neue Initiativen”. Im Laufe des Jahres werden Sie auf unserer Facebook-Seite die Informationen über besondere Initiativen und über spezielle Öffnungszeiten erhalten.

    Historisches Herrenhaus Il Torrione
    "Maison d’Hôtes"

    Via Galoppatoio 20, Pinerolo (Torino)
    Informationen und Reservierungen: Tel. +39 0121 322616 - Fax: +39 0121 323358
    info@iltorrione.com - prenotazioni@iltorrione.com